• Guliver Redaktion

Keine Sanktionen in Sicht?

Wirtschaftliche Strafmaßnahmen haben schon viele Branchen der chinesischen Wirtschaft getroffen. Verschont geblieben ist bis jetzt jedoch der Gesundheitssektor des Landes. Woran das liegt, lässt sich mit einem Blick auf die engen Verflechtungen zwischen China, den USA und der EU erklären.


Spätestens seit der Präsidentschaft Donald Trumps spielt das Thema Sanktionen mit Blick auf China wieder eine wichtige Rolle. In Handelsfragen und geostrategischen Konflikten waren beide Seiten bereit, von wirtschaftlichen Strafmaßnahmen Gebrauch zu machen. Das prominenteste Beispiel dürfte der chinesische Technologiekonzern Huawei sein, dessen Aufstieg kometenhaft begann und mittlerweile in Folge harter Sanktionen aus den USA und Europa ausgebremst wurde. Doch welche Rolle kam in diesen Auseinandersetzungen bisher dem Gesundheitsmarkt zu? Sind Strafmaßnahmen auch in diesem Bereich wahrscheinlich?


Eine lange Geschichte der Forschungskooperation

Zur Beantwortung dieser Fragen lohnt zunächst ein Blick in die Geschichte. Denn obwohl chinesische Gesundheitsunternehmen erst in den letzten Jahren internationale Relevanz erlangten, reicht die Kooperation zwischen den USA und China ain diesem Bereich weit zurück. Bereits unter US-Präsident Nixon kam es zu einer intensiven Zusammenarbeit in der Gesundheitsforschung. Seitdem haben zahlreiche Forschungseinrichtungen Kooperationsvereinbarungen geschlossen. Diese Vernetzung von Forschungseinrichtungen spielte eine wichtige Rolle in der Erforschung von Covid-19 und der Suche nach Impfstoffen. Selbst schwere politische Zerwürfnisse konnten die Verflechtung in diesem Bereich nicht mehr auflösen.

Aktivitäten internationaler Pharmakonzerne nehmen rasant zu

Doch auch im privatwirtschaftlichen Bereich haben sich robuste Verbindungen ergeben, die so in anderen Wirtschaftsbereichen, etwa der Halbleiterindustrie, nicht anzutreffen sind. Nahezu alle großen multinationalen Pharmaunternehmen verfügen mittlerweile über relevante F/E-Einrichtungen in China. Das Interesse westlicher Marktführer an chinesischen Konkurrenten wuchs in den letzten Jahren ebenfalls erheblich. Ein Beispiel von vielen ist die Beteiligung des US-Konzerns Amgen an der chinesischen BeiGene für 2,7 Mrd. Dollar. Aktuell findet sich um Zusammenhang mit Covid-19-Impfstoffen eine enge Kooperation zwischen dem mRNA-Pionier BioNTech und Fosun Pharma.


Politische Strategien rechnen miteinander

Neben die forschungsorientierten Vernetzungen rückt als weitere wichtige Säule das gegenseitige Interesse an den jeweiligen Heimatmärkten. Dabei müssen China, die EU und die USA in den Blick genommen werden. Während China als zweitgrößter Pharmamarkt mit einem enormen Wachstumspotential ein zentraler Expansions-Baustein für Pfizer, Sanofi, Roche und Co. ist, zielen auch Chinas Bemühungen auf eine stärkere Exportorientierung der eigenen Pharmaindustrie. Längst kann man auch im Bereich der Innovationspräparate Fortschritte verzeichnen und möchte nun neue Absatzmärkte erschließen. Handelsbeschränkungen in diesem Bereich wären deshalb für beide Seiten mit äußerst hohen Kosten verbunden.

Kosten für Strafmaßnahmen wären hoch

Vor diesem Hintergrund erschließt sich, warum der Gesundheitssektor, trotz seiner strategischen Bedeutung für China, bisher nicht zum Gegenstand westlicher Sanktionen geworden ist. Beide Seiten müssten auf jahrzehntelange Forschungskooperation verzichten. Langfristige unternehmerische Planungen, die fest auf China als Wachstumstreiber setzen, wären gefährdet. Teure F/E-Standorte globaler Pharmaunternehmen müssten abgebaut werden. Gegenseitige Teilhabe an wichtigen Neuentwicklungen im Kampf gegen Krankheiten stünde in Frage. Dieses Maß an kooperativer und kompetitiver Verflechtung macht den Gesundheitsmarkt unattraktiv für Sanktionen und grenzt ihn von weniger verflochtenen Sektoren ab. Die Tech-Industrie steht auch deshalb viel schneller im Fokus. Obwohl die Sanktionsgefahr damit nicht auf Dauer für die Gesundheitsbranche gebannt ist, zeigt sich doch, dass die Risiken nicht pauschal auf alle Wirtschaftszweige gleich verteilt sind. In der Gesamtschau stehen Gesundheitswerte relativ gut da.




Wichtiger Hinweis:

Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken. Er richtet sich ausschließlich an professionelle Kunden bzw. geeignete Gegenparteien im Sinne des WpHG und ist nur im Rahmen einer Beratung zur Weitergabe an Privatkunden bestimmt. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Erträge. Guliver Anlageberatung GmbH übernimmt keine Gewähr dafür, dass Marktprognosen/Ergebnisse u. Ä. erzielt werden. Die Informationen beruhen auf sorgfältig ausgewählten Quellen, die die Guliver Anlageberatung GmbH für zuverlässig erachtet, doch kann deren Richtigkeit,Vollständigkeit oder Genauigkeit nicht garantiert werden. Holdings und Allokationen können sich ändern, es ist möglich, dass Guliver Anlageberatung GmbH über Fonds in genannte Werte investiert ist oder plant, dies zu tun. Die Meinungen sind die des Fondsmanagers zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und stimmen möglicherweise nicht mit der Meinung zu einem späteren Zeitpunkt überein. Die Meinungen dienen dem Verständnis des Anlageprozesses und sind nicht als Anlageempfehlung gedacht. Die in diesem Dokument diskutierte Anlagemöglichkeit kann für bestimmte Anleger je nach deren speziellen Anlagezielen und je nach deren finanzieller Situation ungeeignet sein. Außerdem stellt dieses Dokument kein Angebot an Personen dar, an die es nach der jeweils anwendbaren Gesetzgebung nicht abgegeben werden darf. Dieses Dokument ist keine Aufforderung zur Zeichnung von Fondsanteilen und dient lediglich Informationszwecken. Privatpersonen und nicht-institutionelle Anleger sollten die Fonds der Guliver Anlageberatung GmbH, insbesondere den Guliver China Health Care nicht direkt kaufen. Bitte kontaktieren Sie Ihren Anlageberater für weitere Informationen zu Guliver-Produkten. Die Informationen dürfen weder reproduziert noch an andere Personen verteilt werden. Nicht alle Guliver Anlageberatung GmbH Fonds sind in allen europäischen Ländern zum Vertrieb zugelassen. Produkte und Dienstleistungen können sich von Land zu Land unterscheiden. Die Guliver Anlageberatung GmbH behält sich ausdrücklich vor, den Inhalt dieser Website ganz oder teilweise ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig einzustellen. Für Schäden materieller oder ideeller Art, die nicht in der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit bestehen und die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden ist die Haftung der Guliver Anlageberatung GmbH ebenfalls ausgeschlossen, sofern dem Unternehmen kein vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln zur Last fällt. Für weitere Bestimmungen verweisen wir ausdrücklich auf das Impressum.

5 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen